Das solltest du in Imsouane gemacht haben
Während Taghazout längst in aller Munde ist, hat Imsouane seinen ursprünglichen Charakter weitgehend behalten. Keine überfüllten Gassen, kein Verkaufsdruck – nur Meer, Fischgeruch und eine Welle, die scheinbar nie aufhört. In diesem Beitrag zeige ich dir meine persönlichen Highlights, die du in Imsouane auf keinen Fall verpassen solltest.
1. Die Bay surfen – die längste Welle Marokkos
Das ist der Grund, warum die meisten hier landen. Die Imsouane Bay gilt als einer der längsten Pointbreaks weltweit – bei guten Bedingungen bricht die Welle über mehr als 500 Meter und bietet potenziell zwei Minuten auf einer einzigen Welle. Für Longboarder ist das schlicht Paradies. Die Welle ist am besten bei Ebbe, wenn langsame, saubere Rechtshänder in die Bucht einrollen. Anfänger können sich weiter unten in der Bucht ausprobieren, wo die Welle sanfter wird – aber trotzdem lang genug läuft, um das Stehen wirklich zu üben.

2. Cathedral – wenn die Bay zu flach ist
Auf der anderen Seite des Dorfes liegt Cathedral, ein zum offenen Atlantik ausgerichteter Spot, der in einen Pointbreak mündet. Die Wellen hier sind größer, schneller und druckvoller als in der Bay. Bei kleinem Swell ist Cathedral die bessere Option, und für fortgeschrittene Surfer oder Shortboarder generell die interessantere Wahl. Wer beide Spots an einem Tag kombiniert, bekommt ein gutes Gefühl dafür, was Imsouane alles zu bieten hat.

3. Den Fischerhafen erkunden
Direkt am Hafen liegt das echte Herzstück von Imsouane. Blaue Fischerboote, der tägliche Fischmarkt, Möwen, Salz in der Luft – hier bekommt man einen Eindruck vom Leben, das dieses Dorf schon lange vor den ersten Surfern geprägt hat. Wenn du Glück hast, erwischst du eine der traditionellen Fischauktionen, bei denen der Tagesfang direkt vor Ort versteigert wird. Einfach hinsetzen, beobachten und das Treiben auf sich wirken lassen.

4. Frischen Fisch direkt am Wasser essen
Fisch, gegrillt auf Holzkohle, direkt am Hafen – das ist Imsouane auf dem Teller. Die kleinen Restaurants entlang des Stegs sind günstig, unkompliziert und gut. Kein schickes Interieur, keine Speisekarte mit zwanzig Seiten – einfach der Fang des Tages und ein Blick aufs Meer. Mehr braucht es nicht. Wichtig: Imsouane hatte bei unserem Aufenthalt keinen funktionierenden Geldautomaten. Genug Bargeld mitnehmen, die meisten Läden und Restaurants akzeptieren nur Cash.

5. Den Sonnenuntergang vom Leuchtturm aus genießen
Der Leuchtturm am nördlichen Ende der Bay ist nicht nur ein Orientierungspunkt für Surfer, sondern auch einer der schönsten Aussichtspunkte des Dorfes. Wenn die Sonne sich dem Atlantik nähert und das Licht goldener wird, versammeln sich hier Locals und Reisende gleichermaßen. Kein Skatepark wie in Taghazout, keine Bar – nur das Meer, der Horizont und einer dieser Momente, die man nicht vergisst.

6. Tee trinken mit Blick auf Cathedral
Oberhalb von Cathedral reihen sich ein paar kleine Cafés aneinander – Plastikstühle, Minztee, Atlantikblick. Surfer beobachten, Tee trinken, Zeit vergessen. Mehr braucht es nicht. Hier kannst du außerdem richtig lecker frühstücken. Probiere unbedingt das Avocado und Ei Msmen bei Mubaresto.


Wann ist die beste Reisezeit für Imsouane?
Die beste Reisezeit für Imsouane ist von Oktober bis April. In diesen Monaten liefert der Atlantik die konstantesten und stärksten Swells – die Wellen in der Bay können im Winter zwischen 2 und 4 Meter erreichen, was den Spot dann eher erfahrenen Surfern vorbehält. Wer lieber entspannte Sessions ohne viel Druck möchte, ist von März bis Mai am besten aufgehoben. Die Temperaturen sind angenehm, der Swell kleiner und das Dorf noch ruhiger als im Hochsaison-Winter. Im Sommer flacht der Atlantik deutlich ab – für Anfänger und Longboarder kann das aber trotzdem noch funktionieren. Wer nicht primär surft, sondern einfach die Atmosphäre des Dorfes genießen möchte, kann Imsouane eigentlich das ganze Jahr über besuchen.
Beste Reisezeit
🌤️ Imsouane – Wann solltest du reisen?

Wie komme ich nach Imsouane?
Imsouane liegt rund 80 Kilometer nördlich von Agadir und ist über eine einzige schmale Küstenstraße erreichbar. Mit dem Mietwagen bist du am flexibelsten – die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis, denn die Strecke schlängelt sich zwischen dem Hohen Atlas und dem Atlantik entlang.
Wer keinen eigenen Wagen hat, kann ein Taxi von Agadir oder Taghazout nehmen. Eine weitere, sehr beliebte Option unter Reisenden ist Souk to Surf. Der marokkanische Shuttleservice verbindet regelmäßig Agadir, Taghazout und umliegende Surforte wie Imsouane miteinander. Das ist günstiger als ein privates Taxi, unkompliziert zu buchen und du triffst direkt andere Surfer und Reisende. Solltest du doch auf ein Taxi zurückgreifen müssen, vergleiche die Preise vorab über InDrive oder buche dir auch das Taxi dort direkt.
Wer aus Richtung Essaouira anreist: Imsouane liegt fast auf halber Strecke und eignet sich damit perfekt als Stopp auf dem Weg.

Die besten Restaurants in Imsouane
- Mubaresto – legendärer Avocado & EI Msmen
- Soul Lodge Restaurant – leckeres Essen, aber du musst unbedingt vorbestellen
- Chez Karim – für mich das beste Restaurant in Imsouane
Die besten Unterkünfte in Imsouane
Imsouane ist kein Ort für große Hotels. Die Unterkünfte sind überschaubar, meist kleine Guesthouses und Surf Camps, die direkt im Dorf oder mit Blick aufs Meer liegen. Nach den Abrissen illegaler Camps 2024 hat sich das Angebot etwas verändert, aber wer gezielt sucht, findet nach wie vor gute Optionen.
Meine klare Empfehlung ist das KAZA Wave Surf Camp*. Das Camp bietet nicht nur eine top Lage, sondern auch ein breites Programm an Aktivitäten – ob Surfkurse, geführte Sessions an der Bay und Cathedral oder Ausflüge in die Umgebung. Wer zum ersten Mal in Imsouane ist oder das Surfen ernsthafter angehen möchte, ist hier bestens aufgehoben. Das KAZA Wave ist mehr als eine Unterkunft – es ist der einfachste Weg, direkt ins Dorfleben einzutauchen und gleichzeitig das Beste aus den Wellen rauszuholen.



